Die Sammlung Biedermann umfasst wichtige Werke zeitgenössischer, internationaler Künstler, darunter figurative und abstrakte Malerei sowie zahlreiche Skulpturen. Ob Material und Oberfläche, Großstadtbilder oder eine Hommage an die Farbe Schwarz: die Exponate versprechen eine spannende Entdeckungsreise durch aktuelle Kunstströmungen, die in wechselnden Ausstellungen im Museum Biedermann präsentiert werden.
Margit Biedermann sammelt seit über dreißig Jahren Kunst. Zu Beginn, Ende der 70er Jahre, lag der Fokus auf gegenständlicher Malerei. Zu der Zeit lebte die Sammlerin in Berlin, und kaufte die Arbeiten der dort ansässigen "Neuen Wilden" wie Helmut Middendorf, Rainer Fetting, aber auch des Briten Matthew Radford.
Das war der Auftakt einer großartigen Sammlung, die die Sammlerin zusammen mit ihrem Ehemann Lutz Biedermann in den 80er Jahren gründete und die seither stetig weiter wächst. Sie trägt die individuelle Handschrift von Margit Biedermann, die den persönlichen Kontakt zu den Künstlern sucht, diese oft über viele Jahre begleitet und deren wichtige Werke kauft.
Zwei Hauptströmungen zeichnen die Sammlung aus:
Einerseits die figurative Malerei der "Neuen Wilden" mit ihrer eigenwilligen Bildsprache und der teils expressiven Farbigkeit. Andererseits liegt ein Fokus auf abstrakter Kunst, wobei sich die Sammlung durchaus auf innovative Randgebiete konzen-
triert, wie etwa die römische Schule um Nunzio und Pizzi Cannella, der zwar vom Gegenständlichen ausgeht, jedoch in einem "Vorgang des Verbergens" versucht, die größtmögliche Abstraktion der Dinge zu finden. Auch Arbeiten von Darío Álvares Basso sind vertreten sowie die puristischen Holzskulpturen des aus Wales stammenden Künstlers David Nash oder die Malerei von Paolo Serra, der auf Grundlage alter Farbrezepte eigentümlich kraftvolle Farbräume schafft. Seit einigen Jahren wird die Sammlung um Werke einer ganz jungen Künstlergeneration erweitert, die ein besonderes Augen-
merk auf Materialität und Oberfläche legt. In ihrem konzeptionellen und darin teilweise radikalen Vorgehen bewegen sich diese Künstler wie May Cornet, Andreas Kocks oder Sebastian Kuhn ebenfalls im Spannungsfeld von Figuration und Ab-
straktion. Teile der Sammlung waren bisher in verschiedenen Ausstellungen in Städtischen Galerien, Museen und anderen Einrichtungen in Baden Württemberg zu sehen.
Auf einen Blick
Sammlung Biedermann - Sammlung internationaler, zeitgenössischer Kunst seit den 80er Jahren. Werke (v.a. Malerei, Grafik, Zeichnung und Skulptur) von rund 150 Künstlerinnen und Künstlern
u.a. von Michael von Brentano (DE), Pierro Pizzi Cannella (IT), May Cornet (GB), Louis De Mayo (USA), Gianni Dessi (IT), Nunzio (IT), Dorothy Fratt (USA), Maria Elena González (USA / CH), Jinmo Kang (DE / KR), Elsworth Kelly (USA), Andreas Kocks (DE / USA), Bodo Korsig (DE / USA), Sebastian Kuhn (DE), Gerhard Langenfeld (DE), Camill Leberer (DE), Luigi Mainolfi (IT), Helmut Middendorf (DE), Michael Müller (DE / IN), David Nash (GB), Matthew Radford (GB), Hubert Rieber (DE), Gert Riel (DE), Stefan Rohrer (DE), Roland Schauls (LU), Felix Schlenker (DE), Reiner Seliger (DE), Paolo Serra (IT), Pierre Soulages (F), James Westwater (GB / USA)